Autoreifen entsorgen: Kosten, Rückgabe & Verbote
Beim Reifenkauf nimmt der Händler die Altreifen meist gleich mit, am Recyclinghof zahlen Sie wenige Euro pro Stück. Was mit und ohne Felge gilt, warum Reifen nie in den Wald dürfen und wie Altreifen recycelt werden.
DAVR Redaktion
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Altreifen entsorgen Sie am einfachsten dort, wo Sie neue kaufen: Reifenhändler und Werkstätten nehmen die alten Reifen beim Neukauf in der Regel mit – oft ist die Gebühr im Kaufpreis enthalten oder liegt bei wenigen Euro pro Stück. Alternativ nimmt der Recyclinghof einzelne Reifen gegen eine kleine Gebühr an. Was Sie nie tun dürfen: Reifen in den Hausmüll werfen, verbrennen oder im Wald abladen – das kostet Bußgeld.
Der einfachste Weg: Rückgabe beim Händler
Wenn Sie ohnehin neue Reifen kaufen oder wechseln lassen, ist der Reifenhändler oder die Werkstatt die erste Wahl. Die meisten Betriebe nehmen die Altreifen direkt an und entsorgen sie fachgerecht. Die Kosten dafür sind entweder bereits im Preis der neuen Reifen einkalkuliert oder werden als geringe Entsorgungsgebühr ausgewiesen – üblich sind rund 2 bis 8 Euro pro Reifen (Stand: Juli 2026).
Ein wichtiger Unterschied zu anderen Produkten: Für Altreifen gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene kostenlose Rücknahmepflicht wie etwa bei Altöl. Der ADAC empfiehlt deshalb, die Entsorgung schon beim Reifenkauf anzusprechen und in den Preis mit einzurechnen. Wer beim Kaufgespräch fragt, bekommt die Altreifen-Entsorgung oft ohne Aufpreis obendrauf.
Recyclinghof: Kosten pro Reifen
Haben Sie Reifen ohne gleichzeitigen Neukauf loszuwerden – etwa aus dem Keller oder einer Garage –, ist der kommunale Recyclinghof die richtige Adresse. Die Gebühren sind streng lokal geregelt und schwanken erheblich. Einige reale Beispiele:
| Stadt | Gebühr pro Reifen (Stand: Juli 2026) |
|---|---|
| Köln | ca. 7,14 € |
| Magdeburg | 4 € mit Felge, 3 € ohne Felge |
| Berlin | ca. 2,60 € (bis 1 m Durchmesser) |
| Nürnberg | bis zu 10 Reifen kostenlos für Bürger |
Als grobe Faustregel liegen die Kosten am Recyclinghof meist zwischen 1 und 5 Euro pro Reifen. Wie viel es konkret bei Ihnen ist, sehen Sie am besten direkt beim Hof in Ihrer Nähe. Über das Recyclinghof-Verzeichnis oder für Ihre Stadt – etwa Köln oder Berlin – finden Sie Annahmebedingungen und Mengengrenzen.
Mit oder ohne Felge? Warum das den Preis ändert
Reifen mit Felge verursachen an vielen Höfen etwas höhere Gebühren, weil Gummi und Metall vor dem Recycling getrennt werden müssen. Es gibt aber einen cleveren Dreh: Wenn Sie den Reifen selbst von der Felge ziehen lassen, geben Sie den blanken Reifen günstig ab – und die Felge ist ein Wertstoff.
- Stahlfelgen sind Alteisen und gehören in den Metallschrott. Eine Übersicht zu Sorten und Ankaufniveau gibt unsere Materialseite zu Stahl.
- Aluminiumfelgen sind deutlich wertvoller. Sauberes Aluminium bringt beim Schrotthändler ein Vielfaches von Stahl – statt Entsorgungsgebühr also womöglich sogar ein kleiner Erlös.
Bevor Sie eine intakte Felge verschrotten, prüfen Sie außerdem, ob sich ein Weiterverkauf lohnt. Gut erhaltene Alufelgen oder komplette Rad-Reifen-Sätze mit ausreichender Profiltiefe (gesetzliches Minimum 1,6 mm, bei Winterreifen empfohlen 4 mm) erzielen auf dem Gebrauchtmarkt oft mehr als den Schrottwert. Wie Sie den reinen Metallwert überschlagen, zeigt der Beitrag Altmetall-Wert berechnen.
Verboten: Reifen im Hausmüll, im Wald oder im Feuer
Altreifen sind kein Restmüll und dürfen weder in die Hausmülltonne noch in den Sperrmüll gegeben werden. Ebenso verboten – und gefährlich – ist das Verbrennen (giftige Rauchgase) oder das Vergraben im eigenen Garten. Wer Reifen einfach am Waldrand oder auf einem Feldweg abkippt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Laut ADAC kann die illegale Entsorgung von Altreifen mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro geahndet werden; bei größeren Mengen und je nach Bundesland steigen die Beträge deutlich an. Die konkreten Sätze der Länder listet der Bußgeldkatalog auf. Wie teuer wildes Abladen generell wird, lesen Sie in unserem Ratgeber zu den Bußgeldern bei illegaler Müllentsorgung. Angesichts von wenigen Euro Entsorgungsgebühr am Recyclinghof lohnt sich das Risiko schlicht nicht.
Was mit Altreifen passiert: Recycling und Verwertung
Fachgerecht gesammelte Altreifen sind ein wertvoller Rohstoff. Der ADAC nennt vier Verwertungswege:
- Stoffliche Verwertung durch Schreddern – der größte Anteil. Aus zerkleinertem Reifengummi entsteht Gummigranulat, das etwa für Fallschutzböden auf Spielplätzen, Sportplatzbeläge, Matten und Dämmstoffe genutzt wird.
- Thermische Verwertung – ein erheblicher Teil dient als Ersatzbrennstoff, unter anderem in der Zement- und Papierindustrie.
- Runderneuerung – vor allem bei Nutzfahrzeugreifen wird die Lauffläche erneuert und der Reifen weiterverwendet.
- Export in Länder mit geringeren Standards.
Zertifizierte Fachbetriebe für die Altreifenverwertung sind unter anderem in der ZARE-Initiative (Zertifizierte Altreifenentsorger) organisiert. Für private Mengen bleibt der Weg über Händler oder Recyclinghof aber der praktischste.
Motorrad-, Anhänger- und Fahrradreifen
Nicht nur Pkw-Reifen fallen an. Für die übrigen Gummireifen gelten ähnliche Regeln:
- Motorradreifen nehmen Motorradhändler und Werkstätten beim Wechsel mit; am Recyclinghof gelten meist die üblichen Reifengebühren.
- Anhänger- und Schubkarrenreifen entsorgen Sie ebenfalls über den Recyclinghof, größere Traktor- oder Landmaschinenreifen dagegen häufig nur über spezialisierte Betriebe.
- Fahrradreifen und Schläuche sind wegen ihres geringen Volumens in vielen Kommunen Restmüll – fragen Sie im Zweifel bei Ihrem Entsorger nach, da einige eine getrennte Sammlung anbieten.
Auch bei kleinen Reifen gilt: Wer eine größere Menge abgeben will, sollte die Mengenobergrenze des Hofs kennen. Viele Wertstoffhöfe nehmen Reifen nur in haushaltsüblicher Stückzahl pro Anlieferung an.
Erst prüfen, dann entsorgen: Weiterverkauf und Einlagerung
Bevor Reifen überhaupt zum Abfall werden, lohnt der prüfende Blick auf das Profil. Reifen mit ausreichender Restprofiltiefe und ohne Risse, Beulen oder poröse Flanken müssen nicht entsorgt werden:
- Weiterverkauf: Gut erhaltene Sätze verkaufen sich über Kleinanzeigen oder Gebrauchtreifenhändler. Achten Sie auf das Alter – die DOT-Nummer auf der Flanke verrät Produktionswoche und -jahr. Reifen ab etwa acht bis zehn Jahren sollten unabhängig vom Profil nicht mehr verkauft, sondern entsorgt werden.
- Einlagern: Wechseln Sie selbst zwischen Sommer- und Winterreifen, lagern Sie den ruhenden Satz kühl, trocken und dunkel. Reifen auf Felgen liegend oder hängend, Reifen ohne Felge stehend und regelmäßig gedreht – so halten sie ihre Form.
Nur was wirklich verschlissen, überaltert oder beschädigt ist, gehört in die Entsorgung. Für den Metallwert einer abgezogenen Felge lohnt oft ein kurzer Überschlag über den Katalysator- und Altmetallwert – gerade Aluminium ist deutlich mehr wert, als viele erwarten.
Häufige Fragen
Muss der Reifenhändler meine Altreifen kostenlos zurücknehmen?
Nein. Für Altreifen gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene kostenlose Rücknahmepflicht. In der Praxis nehmen die meisten Händler und Werkstätten die Altreifen beim Neukauf aber mit – oft ist die Gebühr im Preis enthalten oder liegt bei rund 2 bis 8 Euro pro Reifen. Sprechen Sie die Entsorgung am besten schon beim Kauf an.
Was kostet die Reifenentsorgung am Recyclinghof?
Das hängt von Ihrer Kommune ab. Üblich sind 1 bis 5 Euro pro Reifen; einzelne Städte nehmen kleine Mengen kostenlos an, andere verlangen mehr. Reifen mit Felge kosten oft etwas mehr als ohne. Die genauen Preise erfahren Sie beim Hof in Ihrer Nähe.
Lohnt es sich, die Felge vorher abzuziehen?
Häufig ja. Ohne Felge zahlen Sie am Hof meist weniger, und die Felge selbst ist ein Wertstoff: Stahlfelgen gehören in den Metallschrott, Aluminiumfelgen bringen als Alt-Aluminium einen deutlich höheren Erlös. Intakte Felgen lassen sich zudem oft gebraucht verkaufen.
Darf ich Autoreifen in den Sperrmüll geben?
Nein. Altreifen gehören weder in den Haus- noch in den Sperrmüll. Sie werden über Händler, Werkstätten oder den Recyclinghof entsorgt. Illegales Abladen ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern von bis zu 1.000 Euro und mehr geahndet werden.
Was passiert mit alten Reifen nach der Abgabe?
Der größte Teil wird geschreddert und zu Gummigranulat verarbeitet, das in Fallschutzböden, Sportplatzbelägen und Dämmstoffen weiterlebt. Ein weiterer Teil dient als Ersatzbrennstoff in der Industrie, Nutzfahrzeugreifen werden teils runderneuert.
Kurz gemacht, Bußgeld vermieden
Altreifen zu entsorgen ist unkompliziert: beim Neukauf gleich abgeben, sonst für wenige Euro zum Recyclinghof – und die Felge lieber als Wertstoff verkaufen, statt sie mitzuentsorgen. Nur eines ist tabu: Reifen im Wald, im Feuer oder im Hausmüll. Den nächsten Recyclinghof mit Reifenannahme und Gebühren für Ihre Region finden Sie direkt im DAVR-Recyclinghof-Verzeichnis.
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