Alte Kabel sind Geld wert: Was Sie fürs Kilo bekommen
Stromkabel, Datenkabel, Ladekabel: Was alter Kabelschrott je nach Kupfergehalt pro Kilo bringt (Stand: Juli 2026), ab welcher Menge sich das Sammeln lohnt und ob Abisolieren wirklich mehr Geld bedeutet.
DAVR Redaktion
Autor

Alte Kabel gehören zum wertvollsten Schrott im Haushalt – denn in der Isolierung steckt Kupfer. Was Sie dafür bekommen, hängt fast nur vom Kupfergehalt ab: Dicke Stromkabel (Schälkabel, über 70 % Kupfer) bringen Stand Juli 2026 grob 5,60–6,40 €/kg, Haushalts-/Installationskabel (40–70 %) etwa 4,00–4,80 €/kg und dünne Daten- und Ladekabel (unter 40 %) rund 2,70–3,50 €/kg. Blanker, isolierungsfreier Kupferdraht liegt nahe am reinen Kupferpreis. Die Werte sind Richtwerte – verbindlich sind die tagesaktuellen Schrottpreise und der Ankaufspreis vor Ort.
Kabel-Typen: Warum der Preis so stark schwankt
Kabel ist nicht gleich Kabel. Für den Wert zählt das Verhältnis von Kupfer zu Isolierung: Je mehr Kupfer und je weniger Kunststoffmantel, desto höher der Kilopreis. Grob drei Klassen:
- Stromkabel / Starkstromkabel (NYM, NYY): dicke Hausinstallations- und Erdkabel mit hohem Kupferquerschnitt. Kupferanteil oft 40–70 %, bei starken Adern mehr. Das ist die wertvollste Alltagsklasse.
- Datenkabel und Schwachstromkabel: Netzwerk-, Telefon- und Antennenkabel mit dünnen Adern und viel Isolierung. Der Kupferanteil liegt meist unter 40 %, entsprechend niedriger der Preis.
- Ladekabel und Gerätekabel: dünne Litzen, viel Kunststoff, oft mit Steckern. Als „Kabel mit Stecker" abgerechnet, weil der Stecker mit entfernt werden muss.
Das Kupfer selbst ist der Werttreiber – mehr dazu auf unserer Materialseite Kupfer. Der Kunststoffmantel besteht meist aus PVC oder anderen Kunststoffen und wird beim Recycling abgetrennt.
Was Sie pro Kilo bekommen (Stand: Juli 2026)
| Kabeltyp | Kupfergehalt | Grober Ankaufspreis (€/kg) |
|---|---|---|
| Blanker Kupferdraht (ohne Isolierung) | ~99 % | nahe Kupferpreis (grob 7–9) |
| Schälkabel / dickes Stromkabel | über 70 % | ca. 5,60–6,40 |
| Haushalts-/Installationskabel (NYM, NYY) | 40–70 % | ca. 4,00–4,80 |
| Daten-, Antennen-, Schwachstromkabel | unter 40 % | ca. 2,70–3,50 |
| Ladekabel/Kabelbaum mit Stecker | niedrig | im unteren Bereich |
Diese Spannen sind Momentaufnahmen und schwanken mit dem Kupferpreis sowie regional je nach Ankäufer und Menge (Schrottradar). Wie stark der Sorten- und Reinheitsgrad den Preis bewegt, zeigt der Ratgeber Kupferpreis pro kg nach Sorten. Und wie viel Kupfer überhaupt in Kabeln, Motoren und Geräten steckt, rechnet Wie viel Kupfer steckt drin? durch.
Ab welcher Menge lohnt sich das Sammeln?
Ein einzelnes Ladekabel bringt Cent-Beträge – gesammelt sieht die Rechnung anders aus. Als grobe Orientierung:
- Wenige Kabelreste aus dem Haushalt: nebenbei mitgeben, kein eigener Weg nötig.
- Ein Eimer voll gemischter Kabel (mehrere Kilo): lohnt den Gang zum Ankauf oder Recyclinghof, vor allem bei viel dickem Stromkabel.
- Größere Mengen (etwa nach Renovierung, Elektro-Umbau oder aus einem Betrieb): hier zahlt sich Vorsortieren nach Kabeltyp deutlich aus.
Faustregel: Sortieren Sie dickes Stromkabel getrennt von dünnem Daten- und Ladekabel. Ein gemischter Sack wird zum niedrigsten Satz abgerechnet, weil der Ankäufer den Mix auf den geringsten Kupfergehalt kalkuliert. Wie Sie den ungefähren Gesamterlös überschlagen, erklärt Altmetall-Wert berechnen.
Abisolieren – lohnt sich das?
Die große Frage bei Kabelschrott: Selbst abisolieren, um den vollen Kupferpreis zu kassieren, oder isoliert abgeben? Kurz gesagt: Es kommt auf Menge, Kabeltyp und Ihren Zeitaufwand an. Dickes Stromkabel lässt sich mit einem Abisoliergerät schnell entmanteln und bringt als blanker Draht spürbar mehr; dünne Datenkabel von Hand abzuisolieren, lohnt den Aufwand fast nie. Das Verbrennen der Isolierung ist übrigens verboten und gefährlich – es setzt giftige Dämpfe frei.
Die vollständige Rechnung – wann sich das Abisolieren lohnt und wann nicht – finden Sie im Spezial-Ratgeber Kabelschrott: Lohnt sich das Abisolieren?.
Wohin mit den Kabeln?
Sie haben drei Wege, je nach Menge:
- Recyclinghof: Für haushaltsübliche Mengen die einfachste Lösung – kostenlos und fachgerecht. Finden Sie den nächsten Hof über die Recyclinghof-Suche, etwa in München, Frankfurt am Main oder Stuttgart.
- Schrottankauf: Für größere, vorsortierte Mengen zahlt der Ankauf pro Kilo nach Kupfergehalt.
- Marktplatz: Über unseren Marktplatz verkaufen Sie sortierten Kabelschrott direkt an Abnehmer – ohne Zwischenhändler und mit voller Preistransparenz.
Kabel richtig sortieren – so steigern Sie den Erlös
Vorsortieren ist der größte Preishebel. So gehen Sie vor:
- Nach Dicke trennen. Dicke Stromkabel (Hausinstallation, Erdkabel) in einen Behälter, dünne Daten- und Ladekabel in einen anderen.
- Stecker und Fremdteile ab. Netzteile, Stecker und Klemmen mindern den reinen Kupferanteil und damit den Kilopreis.
- Blanken Draht separat. Bereits abisolierter, blanker Kupferdraht ist am wertvollsten und gehört in einen eigenen Behälter.
- Aluminiumkabel erkennen. Manche Erd- und Freileitungskabel enthalten Aluminium statt Kupfer (Aluminium) – sie sind leichter und bringen weniger. Die silbrige statt rötliche Ader verrät den Unterschied.
Ein sauber sortierter Karton dicker Stromkabel bringt pro Kilo ein Vielfaches eines gemischten Sacks mit Ladekabeln.
Woher kommen die meisten Kabel im Haushalt?
Die ergiebigsten Kabelquellen sind meist nicht die Ladekabel-Schublade, sondern größere Umbauten und Altgeräte:
- Renovierung und Elektro-Sanierung: alte Installationskabel mit hohem Kupferquerschnitt – die wertvollste Quelle.
- Ausgemusterte Elektrogeräte: Netzkabel, interne Verkabelung, Trafos.
- Alte Unterhaltungselektronik: Antennen-, HDMI- und Lautsprecherkabel (meist dünn, geringerer Wert).
- Haushaltsauflösung oder Kellerentrümpelung: hier kommen oft kiloweise gemischte Kabel zusammen, die sich zu sortieren lohnen.
Wie viel Kupfer in den zugehörigen Geräten und Motoren steckt, zeigt der Ratgeber Wie viel Kupfer steckt drin?.
Sicherheit und Recht: das sollten Sie beachten
- Niemals Kabel verbrennen. Das Abbrennen der Isolierung setzt hochgiftige Dämpfe frei, schädigt die Gesundheit und ist verboten – es kann als Ordnungswidrigkeit oder Straftat geahndet werden.
- Strom vorher trennen. Bauen Sie Kabel nur aus, wenn die Leitung sicher spannungsfrei ist. Festinstallierte Elektrik gehört in die Hände einer Fachkraft.
- Nicht in den Hausmüll. Kabel gehören ins Metall- und Elektrorecycling, nicht in Rest- oder Gelben Sack.
Rechenbeispiel: Was ein Karton Kabel bringt
Angenommen, bei einer Renovierung kommen 10 kg gemischte Kabel zusammen – überwiegend Installationskabel (40–70 % Kupfer). Bei einem groben Ankaufspreis von 4,00–4,80 €/kg ergäbe das rund 40–48 €. Sortieren Sie daraus 3 kg dickes Schälkabel aus und geben es getrennt ab (ca. 5,60–6,40 €/kg), steigt der Erlös spürbar. Verbrennen oder Wegwerfen würde diesen Wert komplett vernichten. Die genaue Summe hängt vom Tagespreis ab – prüfen Sie ihn vor dem Verkauf unter Schrottpreise.
Beim Ankauf: worauf Sie achten sollten
Bevor Sie Kabel verkaufen, lohnt ein kurzer Check:
- Preis pro Sorte erfragen. Ein seriöser Ankäufer nennt Ihnen den Kilopreis je Kabelklasse und wiegt transparent.
- Tagespreis kennen. Notieren Sie sich vorab den aktuellen Richtwert unter Schrottpreise, um Angebote einzuordnen.
- Menge bündeln. Für ein paar hundert Gramm lohnt die Fahrt selten; sammeln Sie, bis mehrere Kilo zusammenkommen.
- Direkt verkaufen statt zwischenhandeln. Über einen Marktplatz erreichen Sie Abnehmer ohne Zwischenstufe – das kann pro Kilo mehr bringen.
So gehen Sie mit einer realistischen Preisvorstellung in den Verkauf und vermeiden, unter Wert abzugeben.
Häufige Fragen
Wie viel bekomme ich für einen Sack gemischter Kabel?
Das hängt vom Kupfergehalt ab. Ein Sack mit viel dickem Stromkabel bringt pro Kilo mehr als einer voller dünner Datenkabel. Gemischt wird zum niedrigsten Satz gerechnet – Vorsortieren nach Kabeltyp erhöht den Erlös spürbar. Aktuelle Kilopreise stehen unter Schrottpreise.
Darf ich Kabel abisolieren, um mehr zu bekommen?
Ja, mechanisches Abisolieren ist erlaubt und bei dickem Stromkabel oft lohnend. Verboten ist das Abbrennen der Isolierung – das ist gefährlich und illegal. Ob sich der Aufwand rechnet, klärt der Ratgeber Kabelschrott abisolieren.
Gehören Kabel in den Elektroschrott oder in den Restmüll?
Weder noch in den Hausmüll: Kabel gehören zum Elektroschrott bzw. Metallrecycling und werden am Recyclinghof oder Schrottankauf angenommen. So wird das Kupfer zurückgewonnen statt verbrannt.
Sind Ladekabel und USB-Kabel auch etwas wert?
Nur wenig pro Stück, weil sie dünn sind und viel Isolierung haben. Gesammelt in Menge lohnt aber auch das – am besten getrennt von dickem Stromkabel abgeben.
Sie haben Kabel oder anderen Kupferschrott gesammelt? Verkaufen Sie ihn direkt an regionale Abnehmer – ohne Umweg über den Zwischenhandel: jetzt Anzeige auf dem Marktplatz aufgeben.
Direkt weiter zum nächsten Schritt
Finde einen Recyclinghof in deiner Nähe, informiere dich über Materialien oder vergleiche aktuelle Wertstoffpreise.
Bleiben Sie auf dem Laufenden
Erhalten Sie die neuesten Einblicke in Recycling-Trends, Marktanalysen und Nachhaltigkeits-Tipps direkt in Ihr Postfach.
Verwandte Artikel

Wie viel Kupfer steckt in Elektromotor, Kabel & Co.?
Elektromotor, Waschmaschine, Kabel, Trafo: Wie viel Kupfer wirklich drinsteckt – und was das beim aktuellen Schrottpreis (Stand: Juli 2026) grob wert ist. Mit Richttabelle und ehrlicher Einordnung.

Müll & Recycling: Was ändert sich 2026 für Haushalte?
ElektroG4, neues Batterierecht, PPWR, strengere Biotonne und steigende Gebühren – der Überblick, was sich 2026 bei Müll und Recycling für Haushalte konkret ändert, mit Quellen und was Sie jetzt tun sollten.

E-Auto-Batterie am Lebensende: Recycling, Second Life & Rohstoff-Schatz
Was passiert mit der Batterie eines Elektroautos am Lebensende? Hersteller-Rücknahmepflicht, Second-Life-Speicher, die Rückgewinnungsquoten der EU-Batterieverordnung – und warum Akkus niemals in den Hausmüll gehören.